Ersatzeltern
Am 07.01.2010 gab es einen Artikel über Pflegeeltern in der Lausitzer Rundschau!

Hohe Ansprüche an Ersatzeltern
Cottbuser Eltern, die sich um Pflegekinder kümmern, erhalten ab diesem Jahr mehr Geld. Statt bisher durchschnittlich 711 Euro im Monat werden jetzt rund 1127 Euro gezahlt werden.
07.01.2010
Darauf haben sich die Stadtverordneten verständigt. Eine Garantie, mit dem höheren Anreiz auch mehr Pflegefamilien zu gewinnen, gibt es allerdings nicht. Denn die Ansprüche an die Pflegeeltern sind hoch.
Diskretion und Verschwiegenheit, erzieherische Erfahrungen, dazu die Fähigkeit, eigene Grenzen zu setzen und die anderer wahrzunehmen und zu beachten – das ist nur ein unvollständiger Auszug aus dem Anforderungsprofil, das die Cottbuser Verwaltung an Pflegeeltern stellt. 89 Kinder werden derzeit in der Stadt von Ersatz-Familien betreut. „Doch wir benötigen eigentlich noch wesentlich mehr Eltern, die sich dieser Aufgabe stellen“, sagt Monika Hansch, Fachbereichsleiterin Jugend, Schule und Sport in der Cottbuser Stadtverwaltung. Dazu sei ein ganzes Bündel an Aktivitäten geschnürt worden. Die Erhöhung des Pflegegeldes sei nur ein Baustein. „Wir müssen zum Beispiel die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren“, sagt Monika Hansch. Dafür will sie vor allem langjährige Pflegeeltern gewinnen, die ihren Erfahrungsschatz weitergeben sollen. Durch die Stadt Cottbus werde zudem – so steht es im Maßnahmeplan – in jedem Haushaltsjahr Geld für die Fortbildung der Pflegepersonen durch das Jugendamt sowie für den Erfahrungsaustausch untereinander bereitgestellt. „Das sind Pflichtveranstaltungen“, sagt Monika Hansch.
„Der Aufenthalt von Kindern in einer Pflegefamilie ist auf jeden Fall einer Unterbringung im Heim vorzuziehen“, sagt Eberhard Richter (Linke), Vorsitzender des Cottbuser Jugendhilfeausschusses. Die Pflegeeltern müssten sich im Klaren darüber sein, dass sie ein Kind übernehmen, das von Missbrauch und Gewalttätigkeit betroffen gewesen ist beziehungsweise seelische oder körperliche Behinderungen hat. „Wir müssen deshalb die Pflegeeltern gut vorbereiten“, sagt Monika Hansch.
Den neuen Betreuungspersonen komme eine ganz besondere Aufgabe zu, deshalb sei auch eine Erhöhung der finanziellen Aufwendungen nötig, sagt Lothar Nagel (SPD), stellvertretender Vorsitzender im Jugendhilfeausschuss. „Es geht um die Wertschätzung für Familien, die Verantwortung übernehmen für andere, die sie eigentlich tragen müssten.“
Sven Hering